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Wie viel Brexit verträgt Ihre Geldanlage?

Der Brexit kommt. Wird er chaotisch verlaufen? Einigt sich die Politik in letzter Minute auf einen geordneten Austritt? Oder wird er verschoben? Fakt ist: Hunderte Unternehmen verlassen Großbritannien und verlagern ihre Firmensitze oder Teile ihrer Aktivitäten in die EU-Länder. In Großbritannien können eine daraus resultierende höhere Arbeitslosigkeit, ausbleibende Investitionen und niedrigere Immobilienpreise in einen wirtschaftlichen Abschwung führen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, die eigenen Aktieninvestitionen auf den Prüfstand zu stellen und – je nach individueller Risikobereitschaft – neu zu bewerten. Dafür lohnt es sich, die Zusammensetzung europäischer Aktienfonds einmal genauer zu betrachten.

Machen wir uns zunächst den Unterschied zweier Indizes deutlich, an denen sich viele dieser Fonds orientieren:

Mit Einführung des Euros vor fast 20 Jahren wurde auch am Aktienmarkt ein Zeichen gesetzt: Der EURO STOXX 50 Kursindex für das Euro-Währungsgebiet wurde am 26. Februar 1998 eingeführt. 50 bedeutende europäische Unternehmen, ähnlich dem DAX als Index zusammengefasst, bilden seitdem die Grundlage für viele Fonds.

Daneben gibt es den gleichzeitig eingeführten, hier meist weniger bekannten STOXX Europe 50. Ein Index, der im Gegensatz zum EURO STOXX 50 nicht nur den Kursverlauf von Euroland-Aktien darstellt, sondern in dem auch Aktien aus anderen europäischen Ländern wie der Schweiz und Großbritannien enthalten sind. Nach diesem Index richten sich ebenfalls viele Fondsgesellschaften und kreieren ähnlich anlegende Aktienfonds.

Wissen Sie, wie viel Geld Sie über Fonds in britische Aktien investiert haben?

Sehen wir uns daher einige Aktienfonds der großen Fondgesellschaften, die einen hohen Anteil britischer Aktien im Fondsvermögen halten, konkret an:

Bei der Deka investiert der Arideka (WKN 847451) breit gestreut in Europa. Aktuell beträgt der Großbritannien-Anteil 19 Prozent.

Die Union Investment hat mit dem UniValueFonds Europa A (WKN 630948) mit 27,21 Prozent einen deutlich höheren Anteil britischer Aktien im Fondsvermögen.

Dies gilt auch für den Invesco Pan European Structured Equity Fund (WKN A1CV21), eine aktuelle Empfehlung auf der Website der Commerzbank. Dieser hält mit 28,96 Prozent sogar einen noch höheren Anteil britischer Aktien im Portfolio.

Der ETF von iShares (WKN 593394) auf den STOXX Europe 50 muss diesen Index möglichst eins zu eins abbilden. Und somit beträgt der Großbritannien-Anteil stolze 29,90 Prozent.

Befindet sich die Zusammensetzung Ihrer Aktienfonds noch im Einklang mit Ihren Anlagezielen? Wer jetzt seine europäischen Aktienfonds in Sachen Großbritannien durchleuchtet und diesen Punkt für sich klärt, kann dem Brexit ein Stück weit gelassener entgegensehen.

Vorsichtige Anleger können sich hingegen nach Alternativen umschauen. Für sie kommen etwa interessante Euroland-Aktienfonds in Frage. In Kombination mit einem Schweizer Aktienfonds können sie auch ohne britische Aktien in Europa weiterhin gut investieren.

 

Ralf Stock

Analyst (CFTe)  Stand 13.03.2019       Veröffentlicht am 13.03.2019

Hinweis gemäß WpHG: Der Autor besitzt keines der genannten Wertpapiere.